Große Innovationen und große Erwartungen von Carolyn Manion

Jutta dos Santos Miquelino
January 30, 2026
Große Innovationen und große Erwartungen von Carolyn Manion

Im Rahmen meines Studiums der Klassischen Philologie und Germanistik habe ich schon früh die Überzeugung entwickelt, dass eine geisteswissenschaftliche Ausbildung nicht auf den rein akademischen Bereich beschränkt sein sollte. Meine beruflichen Interessen haben mich stets in Richtung der Kreativwirtschaft geführt, und ich hoffte, eine Gelegenheit zu finden, mich intensiv mit Projekten auseinanderzusetzen, die einen echten Mehrwert für das Leben anderer Menschen schaffen. Während meines zehnwöchigen Frühjahrssemesters in Berlin studierte ich Deutsch, europäische Politik und Berliner Stadtgeschichte, erkundete zugleich die vielfältige Kultur der Stadt und lernte, mich im komplexen Berliner Verkehrssystem zurechtzufinden. Mein Praktikum bei der Innovationsagentur „…and dos Santos“ hatte ich bereits vor meiner Ankunft in Berlin über das Krupp-Programm organisiert – dennoch wusste ich kaum, was mich konkret erwarten würde. Umso mehr inspirierten mich die zukunftsorientierte Haltung, der kreative Antrieb und nicht zuletzt das Versprechen eines Bürohundes, der mich an meinem ersten Arbeitstag begrüßen sollte.

Der tägliche Arbeitsweg zwischen Berlin und Potsdam war für meinen ersten Sommer, den ich allein in einer Großstadt verbrachte, eine ambitionierte Herausforderung. Hinzu kam das Navigieren zwischen den kulturellen Unterschieden Deutschlands, der USA und Englands (wo ich mein weiteres Auslandssemester absolviert hatte). Die Aufteilung meiner Zeit zwischen Potsdam und Berlin ermöglichte mir jedoch wertvolle Einblicke in zwei sehr unterschiedliche Städte und vermittelte mir ein umfassenderes Verständnis der deutschen Arbeits- und Alltagskultur. Potsdam ist klein, von beeindruckender Geschichte geprägt, gesäumt von lokalen Buchhandlungen, eleganten Cafés und umgeben von Seen sowie dem weitläufigen Park Sanssouci, in dem ich während meiner Mittagspausen spazieren gehen konnte. Berlin – ein kosmopolitisches Mosaik aus Geschichte, Urbanität und Hipster-Kultur – war für mich stets ein Ort, an dem es Neues zu entdecken gab: unbekannte Gerichte, raue Flohmärkte und Straßenmusik in all ihren Facetten. Schon bald erkannte ich, dass „…and dos Santos“ viele dieser Werte widerspiegelt – eine Verbindung aus traditioneller wirtschaftlicher Expertise und innovativen, zeitgemäßen Lösungsansätzen für bestehende Herausforderungen.

Carolyn mit der Augmented-Reality-Brille „Meta 2“ bei einem interaktiven Spiel, das das Unternehmen für einen Kunden konzipierte und entwickelte und das auf der DMEXCO-Konferenz im September 2018 präsentiert wurde.

Was mich von Beginn an besonders beeindruckte, war die Einzigartigkeit unserer Projekte: Jedes Konzept, jeder Workshop und jede Geschichte wurde spürbar mit Hingabe und Sorgfalt entwickelt. Selbst bei potenziellen Kund:innen, mit denen keine langfristige Zusammenarbeit entstand, erlebte ich, mit welcher Authentizität und Wertschätzung meine Kolleg:innen und Vorgesetzten auf die Bedürfnisse und Beweggründe der beteiligten Menschen und Marken eingingen. Zwar hatte ich bereits Erfahrungen in den Bereichen Content-Erstellung, Social Media sowie kritischem und analytischem Denken aus früheren Studien- und Praktikumstätigkeiten gesammelt, doch auf Agenturebene hatte ich diese Fähigkeiten bislang nicht angewendet. Umso größer war meine Vorfreude, in den dynamischen Arbeitsalltag des Unternehmens einzutauchen – geprägt von ständig neuen Projekten, vielfältigen Kund:innen und dem Anspruch, mit Innovationen einen positiven Beitrag zu leisten und das Leben anderer kontinuierlich zu verbessern.

Besonders dankbar war ich – auch wenn ich mich anfangs durchaus überwältigt fühlte – von Beginn an in große Projekte und alle Facetten der Unternehmenskultur eingebunden zu werden, ohne jemals mit den stereotypen, monotonen „Praktikumsaufgaben“ konfrontiert zu sein, vor denen sich viele Studierende fürchten. Und auch wenn ich einen Großteil meiner Zeit am Computer verbrachte, um Social-Media-Inhalte zu erstellen, Trends und Branchen zu recherchieren oder Informationen für gemeinsame Präsentationen aufzubereiten, boten sich mir zahlreiche Gelegenheiten, meinen Horizont zu erweitern: bei Terminen und Interviews an spannenden Orten in Berlin, bei Besorgungen außerhalb des Büros oder durch die Teilnahme an inspirierenden Workshops. Letztlich lernte ich, wie sich das Engagement meines Gastunternehmens – positive Energie und innovatives Denken in jede Zusammenarbeit einzubringen – unabhängig vom jeweiligen Projekt umsetzen lässt.

Die Mischung aus Deutsch und Englisch im Arbeitsalltag verschaffte mir ein gutes Maß an Sicherheit im Austausch mit Kolleg:innen und Vorgesetzten und motivierte mich zugleich, meine Sprachkenntnisse weiter auszubauen. Schnell wurde mir bewusst, dass zwei Jahre universitären Deutschunterrichts wenig ausrichten, wenn man sich durch technische Studien oder spezialisierte Websites mit sehr spezifischem Fachvokabular arbeitet. Im Laufe des Sommers jedoch wurde ich zunehmend vertraut mit deutschen Begriffen aus den Bereichen Technologie, Innovation, Wirtschaft und weiteren relevanten Themenfeldern.

Obwohl mein ursprüngliches Ziel für diesen Sommer schlicht darin bestand, meine Deutschkenntnisse zu vertiefen und berufliche Erfahrung im Ausland zu sammeln, war mein Lernprozess letztlich dreidimensional: neue Fähigkeiten und eine neue Branche, eine neue Stadt und Sprache sowie hohe professionelle Standards. Die Offenheit und Ehrlichkeit im Büro, die gemeinsamen Mahlzeiten mit Kolleg:innen und die langen Heimfahrten, auf denen Wochenendpläne geschmiedet wurden – all das machte meine Zeit bei „and dos Santos“ zu einer Erfahrung, die ich sehr vermissen werde. Besonders erfüllend war für mich die Gewissheit, dass meine Recherche- und Analysearbeit einen wesentlichen Beitrag zur Gewinnung und Betreuung von Kund:innen leistete und dass ich insgesamt positiv zu den internen wie externen Abläufen des Unternehmens beitragen konnte.

Carolyn Manion (Klassische Philologie, Germanistik) studierte im Frühjahr in Berlin und absolvierte im Sommer 2018 ein Praktikum in Potsdam.